Schlagwort: zweiter weltkrieg

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs XIV: Die Wolokolamsker Chaussee

Eine Reihe roter Fahnen, flatternd im Wind, flankierte den Demonstrationszug der Genossen vom Jugendwiderstand mit seinem grünen, Halbmond geschmückten Tuch in der Mitte zu beiden Seiten, als er am ersten Mai dieses Jahres in die Neuköllner Sonnenallee einbog. Angetan von dieser Manifestation an Kampfdisziplin marschierte ich schon eine ganze Weile mit, stemmte sogar das breite, rote Quertransparent gegen den Wind, obwohl ich mit niemandem aus dem Zug bekannt war, und litt in der Mittagshitze einigen Durst. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs XI: In den Katakomben von Odessa

Unbemerkt und unerkannt schleicht der Verfasser dieses Blogs zwischen den glänzenden Seiten des Internets umher, befindet sich gleichsam in dessen dunklen Katakomben, ein Illegaler, den niemand durchschaut und dessen Projekt sich niemandem erschließt. Es scheint sich um Literatur zu handeln, doch ist das wirklich alles? Geht es nur darum, Parallelen zwischen den besprochenen Romanen und den politischen Aktivitäten des Bloggers herzustellen oder steckt nicht doch mehr dahinter? Kann es sein, dass hier tatsächlich ein illegales Kreiskomittee des Internets am Werk ist und ein Vergleich mit den odessitischen Partisanen, deren Wirken Valentin Katajew (1897 – 1986) in seinem 630 Seiten Roman „In den Katakomben von Odessa“ (1949) so mitreißend und überzeugend geschildert hat, nicht viel zu weit hergeholt ist? (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs VIII: Das Haus am Platz

Der November ist vorbei. Das Jahr versinkt in nebeligem Grau, die Häuser stehen reglos an ihren Plätzen und die Menschen gehen ihren Geschäften nach, ob bei #aufstehen, wo man sich anscheinend auf dem Weg zu einer neuen Partei befindet, oder beim Jobcenter, wo man zu Informationstagen für Selbständige einlädt. Den neunten November, den hundertsten Jahrestag der Revolution, habe ich indes verstreichen lassen, habe nicht versucht, bei der #aufstehen-Kundgebung am Brandenburger Tor einen digitalen Sturm aufs Kanzleramt anzuzetteln und mich sicherheitshalber wieder aus allem herausgezogen. Meine verbale Freizügigkeit steht einfach in zu großem Widerspruch zu den Sprachregelungen und Denknormen unserer Zeit. So lese und schreibe ich stattdessen für mich. (mehr …)

Morphin

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Szczepan Twardochs Roman „Morphin“ über einen Bohemien-Untergrundkämpfer ist jetzt auch als Taschenbuch erhältlich. Eine Zeitreise ins Warschau des Oktobers 1939. (mehr …)