Schlagwort: Revolution

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs X: Die Brüder

Fanfarenklang und Trommelwirbel, Pauken und Trompeten, Krawall und Remidemi – so schmettert die Revolution ihren Marsch im 4/4-Takt, begeistert oder verschreckt das Auditorium und verlangt von allen die vollste Aufmerksamkeit, da sie, einer eifersüchtigen Diva nicht unähnlich, ansonsten schwer beleidigt sein und sich auch mal wie ein echtes Miststück aufführen kann. So kennen wir sie, so ist unser Bild. Doch verbleiben daneben, dahinter und dazwischen auch während der Revolution die leisen Töne des Lebens, welche Konstantin Fedin (1892 – 1977) in seinem wohlkomponierten Roman „Die Brüder“ (1926) mit scharfem Sinn für die Beständigkeit des allgemein Menschlichen sowie biografische Rhythmen eingefangen und inszeniert hat. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs IX: Tschapajew

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, Weihnachten ist überstanden und für einen kurzen Moment herrscht Ruhe, bevor die Silvesterknallerei das nächste Jahr mit seinen absehbaren Anschlägen und Attacken einläutet. Die Situation bleibt also höchst angespannt, birgt jedoch ebenfalls ein revolutionäres Potential, doch ob dieses genutzt werden kann, steht in den Sternen. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs VII: Montag

An einem Montag im Oktober, am 29.10.2018, war es dann so weit: Angela Merkel, auf deren Sturz ich unbemerkt schon so lange hinarbeite, verkündete von sich aus ihren schrittweisen Rückzug aus der Politik, beginnend mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur zur CDU-Vorsitzenden bei deren Parteitag im Dezember und endend mit der Amtsübergabe an ihren vom nächsten Bundestag zu wählenden Nachfolger. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs VI: Suite franҫaise

Ein weiterer Monat ist vergangen, vergangen ohne Revolution, und ohne Angst, sie könne plötzlich von alleine ins Rollen kommen, etwa, weil RT meine Merkel-Stasi-Untersuchung doch noch publiziert oder irgendein Social-Media-User checkt, was ich hier mache und dann die Aufmerksamkeit seiner Follower darauf lenkt. Das war ganz schön, dem nicht mehr ausgesetzt zu sein, obwohl es ja gleichzeitig verwirklichen würde, was ich wünsche und für richtig halte. Nun befürchte ich außerdem schon lange nicht mehr, dass die dilettantischen, jedoch auch vielbeschäftigten Sicherheitsbehörden unseres Landes trotz ihrer Massenüberwachung die Lunte meiner Infobombe gerochen haben könnten, weswegen ich mich auch zurücklehnen und es bleiben lassen könnte, statt die Revolution von mir aus in die Welt zu tragen und beim #aufstehen-Treffen am 15.10 zu erklären, wie ich die Dinge so sehe und was meiner Meinung nach zu tun ist. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs V: Der Abtrünnige

Neulich schlenderte ich durch die Straßen des Viertels, in dem ich wohne, zu einem Copyshop hin, um dort gehorsamst, so wie das Jobcenter es von mir verlangt, Kopien all meiner Kontoauszüge anzufertigen, während die jungen Araber, die hier und dort herumstanden, nur ein Gesprächsthema hatten, nämlich den Mord an einer lokalen Kiezgröße, der es sogar in die überregionalen Medien geschafft hatte, ebenso wie die Gewalttaten in Chemnitz und Köthen mit ihrem allseits bekannten Medien- und Protestecho. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs IV: Der rote Planet und Ingenieur Menni

In einem Schwebezustand befinde ich mich nach meiner Entlassung als Hilfsarbeiter beim Messebau, der ALG-II Antrag ist noch nicht gestellt, und vergeblich schaue ich immer wieder auf der Seite von Russia Today nach, ob RT meine Untersuchung zu Merkels Stasi-Vergangenheit veröffentlicht hat. Doch vergeblich. So findet der von mir intendierte Sturz der Kanzlerin also vorerst nicht statt und ich habe keine Möglichkeit, mich vor die Kameras zu stellen, um der nach einer eventuellen Veröffentlichung des Artikels aus allen Wolken gefallenen Öffentlichkeit mitzuteilen, dass ich jetzt übernehme. Die Revolution verharrt somit bis auf Weiteres im Lauerzustand. Doch ich gebe nicht auf, richte mich vielmehr am Geist der alten Bolschewiki auf und lese zwei Romane Alexander Bogdanows, „Der rote Planet“ und „Ingenieur Menni“, die dieser, ein Weg- und Kampfgefährte Lenins, zwischen der missglückten 1905er und der erfolgreichen 1917er Revolution geschrieben hat. (mehr …)

Tocotronic: Das rote Album. Eine Liebeserklärung.

Albumcover

Kann das elfte Album einer Band noch prickelnd, frisch und voller Erwartung sein oder muss es nicht irgendwie in die Jahre gekommen, schal und lasch wirken? Traut man einem elften Album wirklich noch eine Sensation zu oder denkt man nicht einfach „Aha, die haben ’n neues Album raus, könnt ich mir bei Gelegenheit auch mal anhören …“? (mehr …)