Schlagwort: Hitler

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs XVII: Das blaue Band

Tage gibt’s, an denen die Sonne zwischen ihrem Auf- und Untergang, ohne sich überhaupt von ihrem wie festgeschraubten Fleck wegzubewegen, gnadenlos gegen die breite Fensterfront meines Ateliers anstürmt, alles pflanzliche Leben darinnen versengt, die auf dem Plattenteller liegengebliebenen Vinyls einschmilzt und zu neuer Wellenform aufwirft. Ans Schreiben ist dann nicht zu denken, wiewohl so manche Idee gerade bei solchen Temperaturen zu fixer Gestalt gerinnt, bisweilen gar ein gespenstisches Eigenleben annimmt, und so flüchtete ich diesen, nunmehr verflossenen Sommer notgedrungen des Öfteren aus der heimischen Hitzehölle. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs XVI: Die Toten bleiben jung

Wer längs des seicht vor sich hin plätschernden Landwehrkanals marschiert, ist vor der Sonnenhitze zumeist durch einen grünen Baldachin raschelnden Laubs geschützt, doch nähert man sich der U-Bahnstation Hallesches Tor, wird das Ambiente urbaner und rauher, die Luft stickiger, die Hitze sengender. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs VIII: Das Haus am Platz

Der November ist vorbei. Das Jahr versinkt in nebeligem Grau, die Häuser stehen reglos an ihren Plätzen und die Menschen gehen ihren Geschäften nach, ob bei #aufstehen, wo man sich anscheinend auf dem Weg zu einer neuen Partei befindet, oder beim Jobcenter, wo man zu Informationstagen für Selbständige einlädt. Den neunten November, den hundertsten Jahrestag der Revolution, habe ich indes verstreichen lassen, habe nicht versucht, bei der #aufstehen-Kundgebung am Brandenburger Tor einen digitalen Sturm aufs Kanzleramt anzuzetteln und mich sicherheitshalber wieder aus allem herausgezogen. Meine verbale Freizügigkeit steht einfach in zu großem Widerspruch zu den Sprachregelungen und Denknormen unserer Zeit. So lese und schreibe ich stattdessen für mich. (mehr …)