Schlagwort: Bernhard Kellermann

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs XVII: Das blaue Band

Tage gibt’s, an denen die Sonne zwischen ihrem Auf- und Untergang, ohne sich überhaupt von ihrem wie festgeschraubten Fleck wegzubewegen, gnadenlos gegen die breite Fensterfront meines Ateliers anstürmt, alles pflanzliche Leben darinnen versengt, die auf dem Plattenteller liegengebliebenen Vinyls einschmilzt und zu neuer Wellenform aufwirft. Ans Schreiben ist dann nicht zu denken, wiewohl so manche Idee gerade bei solchen Temperaturen zu fixer Gestalt gerinnt, bisweilen gar ein gespenstisches Eigenleben annimmt, und so flüchtete ich diesen, nunmehr verflossenen Sommer notgedrungen des Öfteren aus der heimischen Hitzehölle. (mehr …)

Aus den Aufzeichnungen eines Revolutionärs III: Der 9. November (1918) – der XX/YY/2018?

Von Baustelle zu Baustelle, zur Messe wie zum Tempodrom, lotste mein Schichtplan mich während der heißen Tage des diesjährigen Julis, mir nicht allzu viel Zeit lassend für die Lektüre eines Romans namens „Der 9. November“ über die deutsche Novemberrevolution vor genau hundert Jahren, geschrieben 1919 von einem Schriftsteller namens Bernhard Kellermann, der mir zuvor nichts sagte. Und dann sind da natürlich noch meine eigenen politischen Aktivitäten, von denen ich gleichwohl kaum je etwas erzähle, denn wo käme ich denn da hin, wenn ein jeder wüsste, dass ich die Regierung zu stürzen beabsichtige? (mehr …)