Das trübe Grau des Spätwinters wabert dieser Apriltage von Neuem durch die Straßen, deren Bäume doch schon Sprossen gräulichen Grüns zeigen, und erfüllt wie eine mehlige Zementstaubwolke die ganze Luft, in der es als etwas fast mit den Händen Greifbares liegt, als Ahnung, dass es so nicht weitergehen wird. Die alte Zeit verflüchtigt sich, Angela Merkel scheint in Annegret Kramp-Karrenbauer überzugehen, der Brexit wälzt sich ätzend durchs Jahr, doch unbemerkt verdichtet sich im Nebel zugleich das Neue. Verstärkte Wetterfühligkeit, Angefasstheit und Gereiztheit allenthalben, Repressionen, Razzien und Revolten, ahnt doch keiner, dass lediglich ein stillgelegtes Zementwerk den Betrieb wieder aufgenommen und die Dunstwolke des spätkapitalistischen Verfalls in Wirklichkeit bereits vom Baustaub einer neuen Zeit herrührt. (mehr …)