„Mobile aus Drohnen“ – eine pakistanische Miniatur

Die meisten zivilen Opfer des Drohnenkrieges über Pakistan bleiben namenlos. Niemand erfährt von ihrem Leben, hört ihre Geschichte. Allenfalls diejenigen, die sterben, tauchen als Bodycount in der Statistik auf. Will man die Opfer mit seiner Empathie würdigen, die durch nackte Zahlen nicht geweckt wird, ist die Imagination gefordert: Was es braucht, ist eine literarische Bearbeitung, die diese Schicksale für den Leser lebendig werden lässt. (mehr …)

Der Grexit in der Literatur

Seit Jahren geistern der Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone und ein folgender Zusammenbruch der gesamten Währungsunion als ein Schreckgespenst durch die Gedanken aller politisch Interessierten. Zeit genug also, diese Vorlage literarisch aufzunehmen und als ein zugleich realistisches wie existentielles Szenario zu verwenden, in dem die großen Fragen nach dem Wesen des Menschen, der Sinnhaftigkeit unserer Realität und unseres Lebens oder unserem Verhältnis zum deutschen Teil unserer Identität gestellt werden können. (mehr …)

Puschkins Медный Всадник: Russland durch seine Poesie verstehen?

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Von allen russischen Dichtern ist Alexander Sergejewitsch Puschkin der mit Abstand beliebteste. Und das liegt nicht nur daran, dass er mit 37 Jahren den romantischsten aller Dichtertode im Duell gestorben ist, sondern vor allem an seinen großartigen, leichtfüßigen und tiefsinnigen Versen. Diese sind allerdings schwer zu übersetzen, weswegen Puschkins Ruhm im Westen, anders als in Russland, weit hinter dem Dostojewskijs oder Tolstojs zurücksteht. Wer Puschkin im Original liest, betritt also nichts weniger als das Allerheiligste der russischen Seele, zu dem Nicht-Russen eigentlich keinen Zutritt haben. (mehr …)

Jeet Thayil: Narcopolis – das Elysium aller Drogenromane?

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Drogen und Literatur zusammenzubringen, ist schwieriger, als man gemeinhin denkt. Zu oft gleiten die Schilderungen des Drogenrausches ins Genre der biografischen Fallstudie ab oder ergehen sich in metaphysisch durchsetzter Prahlerei. Dabei verfehlen sie das eigentlich Literarische und die Lektüre kann so trocken wie Knäckebrot werden. Doch können die subtilen Vibes eines Drogenrausches überhaupt so ausgedrückt werden, dass sich der Rausch selbst durchs Lesen überträgt? (mehr …)

B-Movie: Lust und Sound

„If you can remember the 80’s, you weren’t there!“ ist der Slogan des Films „B-Movie: Lust und Sound“. Zu ergänzen wäre: Und wenn du dich hinterher an den Film erinnerst, hast du ihn nicht gesehen. Ein Paradoxon! Lässt sich das wohl ergründen? Ein Versuch. (mehr …)

M. Agejew: Roman mit Kokain

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Es gibt Bücher, die einen so anfixen, dass man am liebsten drogenabhängig werden würde, zumindest aber unbedingt wieder mit dem Rauchen anfangen muss, um den literarischen Rausch irgendwie in die eigene Lebenswirklichkeit runterzubrechen. Der „Roman mit Kokain“ ist eines dieser seltenen Werke. (mehr …)

Tocotronic: Das rote Album. Eine Liebeserklärung.

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Kann das elfte Album einer Band noch prickelnd, frisch und voller Erwartung sein oder muss es nicht irgendwie in die Jahre gekommen, schal und lasch wirken? Traut man einem elften Album wirklich noch eine Sensation zu oder denkt man nicht einfach „Aha, die haben ’n neues Album raus, könnt ich mir bei Gelegenheit auch mal anhören …“? (mehr …)