Puschkins Медный Всадник: Russland durch seine Poesie verstehen?

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Von allen russischen Dichtern ist Alexander Sergejewitsch Puschkin der mit Abstand beliebteste. Und das liegt nicht nur daran, dass er mit 37 Jahren den romantischsten aller Dichtertode im Duell gestorben ist, sondern vor allem an seinen großartigen, leichtfüßigen und tiefsinnigen Versen. Diese sind allerdings schwer zu übersetzen, weswegen Puschkins Ruhm im Westen, anders als in Russland, weit hinter dem Dostojewskijs oder Tolstojs zurücksteht. Wer Puschkin im Original liest, betritt also nichts weniger als das Allerheiligste der russischen Seele, zu dem Nicht-Russen eigentlich keinen Zutritt haben. (mehr …)

Jeet Thayil: Narcopolis – das Elysium aller Drogenromane?

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Drogen und Literatur zusammenzubringen, ist schwieriger, als man gemeinhin denkt. Zu oft gleiten die Schilderungen des Drogenrausches ins Genre der biografischen Fallstudie ab oder ergehen sich in metaphysisch durchsetzter Prahlerei. Dabei verfehlen sie das eigentlich Literarische und die Lektüre kann so trocken wie Knäckebrot werden. Doch können die subtilen Vibes eines Drogenrausches überhaupt so ausgedrückt werden, dass sich der Rausch selbst durchs Lesen überträgt? (mehr …)

B-Movie: Lust und Sound

„If you can remember the 80’s, you weren’t there!“ ist der Slogan des Films „B-Movie: Lust und Sound“. Zu ergänzen wäre: Und wenn du dich hinterher an den Film erinnerst, hast du ihn nicht gesehen. Ein Paradoxon! Lässt sich das wohl ergründen? Ein Versuch. (mehr …)

M. Agejew: Roman mit Kokain

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Es gibt Bücher, die einen so anfixen, dass man am liebsten drogenabhängig werden würde, zumindest aber unbedingt wieder mit dem Rauchen anfangen muss, um den literarischen Rausch irgendwie in die eigene Lebenswirklichkeit runterzubrechen. Der „Roman mit Kokain“ ist eines dieser seltenen Werke. (mehr …)

Tocotronic: Das rote Album. Eine Liebeserklärung.

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Kann das elfte Album einer Band noch prickelnd, frisch und voller Erwartung sein oder muss es nicht irgendwie in die Jahre gekommen, schal und lasch wirken? Traut man einem elften Album wirklich noch eine Sensation zu oder denkt man nicht einfach „Aha, die haben ’n neues Album raus, könnt ich mir bei Gelegenheit auch mal anhören …“? (mehr …)

Alfred Kubin: Die andere Seite

Unlängst besuchte ich die Sammlung Scharf-Gerstenberg in Berlin, in der eine surrealistische Ausstellung mit Werken von Max Ernst, Rene Magritte, Alfred Kubin und vielen anderen, zu sehen ist. Im Museumsshop lag Alfred Kubins phantastischer Roman „Die andere Seite“ gleich in mehreren schönen Ausgaben aus, (mehr …)

A girl walks home alone at night

Letztes Wochenende war ich mit einem Freund, nennen wir ihn K, einen trinken. Gegen vier oder fünf Uhr morgens – es war schon hell – gingen wir dann noch aufn Kiez zum Hamburger Berg. Unterwegs kommt uns ein hübsches Mädchen Mitte zwanzig mit blonden Rastas entgegen. (mehr …)

Vom Leben einer Schönheit im Kommunismus

Nichts erscheint uns kompatibler zum Kapitalismus als Modebranche und Körperkult. Ich will das auch gar nicht verurteilen. Ist super, wenn man sich in seiner Haut wohl fühlt und Sachen trägt, die einem gefallen. Ist halt nur nicht alles. Jedenfalls ist es heute schwer vorstellbar, dass die hyperangepasste Modeglamourglitzerwelt mal subversiv war. Doch genau das konnte sie wohl sein, im System des real existierenden puritanisch spröden Sowjetkommunismus. (mehr …)

Günter Grass: Ich wollte so sein wie er

Die Nachricht vom Tode Günter Grass‘ traf mich sehr und ich musste das erstmal sacken lassen, ehe ich meine Gedanken soweit geordnet hatte, dass ich etwas darüber schreiben konnte. Im Prinzip würde ich es zwar vorziehen zu schweigen, doch sowohl die Wahrhaftigkeit als auch der Respekt vor dem Menschen Günter Grass drängen mich dazu, seinen Tod nicht wortlos zu übergehen. (mehr …)