Kategorie: Literatur

Jeet Thayil: Narcopolis – das Elysium aller Drogenromane?

Narcopolis Cover

Drogen und Literatur zusammenzubringen, ist schwieriger, als man gemeinhin denkt. Zu oft gleiten die Schilderungen des Drogenrausches ins Genre der biografischen Fallstudie ab oder ergehen sich in metaphysisch durchsetzter Prahlerei. Dabei verfehlen sie das eigentlich Literarische und die Lektüre kann so trocken wie Knäckebrot werden. Doch können die subtilen Vibes eines Drogenrausches überhaupt so ausgedrückt werden, dass sich der Rausch selbst durchs Lesen überträgt? (mehr …)

M. Agejew: Roman mit Kokain

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Es gibt Bücher, die einen so anfixen, dass man am liebsten drogenabhängig werden würde, zumindest aber unbedingt wieder mit dem Rauchen anfangen muss, um den literarischen Rausch irgendwie in die eigene Lebenswirklichkeit runterzubrechen. Der „Roman mit Kokain“ ist eines dieser seltenen Werke. (mehr …)

Alfred Kubin: Die andere Seite

Unlängst besuchte ich die Sammlung Scharf-Gerstenberg in Berlin, in der eine surrealistische Ausstellung mit Werken von Max Ernst, Rene Magritte, Alfred Kubin und vielen anderen, zu sehen ist. Im Museumsshop lag Alfred Kubins phantastischer Roman „Die andere Seite“ gleich in mehreren schönen Ausgaben aus, (mehr …)

Vom Leben einer Schönheit im Kommunismus

Nichts erscheint uns kompatibler zum Kapitalismus als Modebranche und Körperkult. Ich will das auch gar nicht verurteilen. Ist super, wenn man sich in seiner Haut wohl fühlt und Sachen trägt, die einem gefallen. Ist halt nur nicht alles. Jedenfalls ist es heute schwer vorstellbar, dass die hyperangepasste Modeglamourglitzerwelt mal subversiv war. Doch genau das konnte sie wohl sein, im System des real existierenden puritanisch spröden Sowjetkommunismus. (mehr …)

Günter Grass: Ich wollte so sein wie er

Die Nachricht vom Tode Günter Grass‘ traf mich sehr und ich musste das erstmal sacken lassen, ehe ich meine Gedanken soweit geordnet hatte, dass ich etwas darüber schreiben konnte. Im Prinzip würde ich es zwar vorziehen zu schweigen, doch sowohl die Wahrhaftigkeit als auch der Respekt vor dem Menschen Günter Grass drängen mich dazu, seinen Tod nicht wortlos zu übergehen. (mehr …)